Woche der Ausbildung – Danksagung

Vom 8. bis 11. November 2021 fand die “Woche der Ausbildung” in der Weibelfeldschule statt. Täglich stellten sich Firmen und Institutionen mit Vorträgen, Workshops und Bewerber-Check-up-Gesprächen vor.

Wir danken sowohl den Firmen und Institutionen für die Unterstützung der diesjährigen Messe als auch den vielen helfenden Händen bei uns im Haus.

Wir wünschen ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und allen viel Erfolg und Gesundheit im neuen Jahr.

Spannende Exkursion des Chemie-Leistungskurses der Q3 mit Frau Lecke

Am Freitag, den 19.11.2021 hat sich der Chemie LK der Q3 zum NatLab der Universität Mainz aufgemacht. Morgens am Buchschlager Bahnhof, erwies sich der Weg nach Mainz jedoch abenteuerlicher als gedacht. Nachdem die Bahn nach Frankfurt ausfiel, mussten wir uns nach einem alternativen Plan umsehen. Mit der Erfahrung mehrerer Klassenfahrten und ein wenig Hilfe von Google-Maps, fanden wir uns nach kürzester Zeit in einem Bus vom Neu-Isenburger Bahnhof zum Flughafen wieder.

Dort schien der Bahnhof Frankfurt Gateway Gardens zunächst jedoch im Bau und unerreichbar für Passanten und Reisebedürftige. Zum Glück war das nur Schein und nach Befragung der Servicemitarbeiter des Deutsche-Bahn Bürokomplexes wurde uns versichert: „Der Bahnhof ist in Betrieb“. Wieder im Zeitplan konnte die Fahrt wie eigentlich gedacht nun nach Mainz weitergehen.

In Mainz an der Johannes-Gutenberg-Universität angekommen, wurden wir nach kürzester Zeit von der Leiterin des NatLab empfangen und direkt für das Labor in Schale geworfen. Nach kurzer Sicherheitseinweisung hatten wir uns in kleinen Gruppen, geleitet von Studierenden, an die Arbeit gemacht, um verschiedene Kunststoffe, wie auch alltägliches Plexiglas, biologisch abbaubare Polymilchsäure, die zum Beispiel auch für die Naht von Wunden verwendet wird, herzustellen.

Als so allmählich die Versuche abgeschlossen waren, konnten wir uns noch mit den Studenten über das Unileben und das Studieren austauschen, bevor es dann in die Mittagspause ging. Nach einer Stärkung war die nächste Station das nebenan liegende Max-Planck-Institut für Polymerforschung. Da wir für das NatLab schon in der Nähe waren, haben wir die Chance ergriffen uns ebenfalls den Kunststoff-Bildungspfad anzusehen. Dieser brachte uns die Geschichte der Kunststoffe näher und bot uns die Möglichkeit, unser „Know-How“ gut veranschaulicht zu vertiefen.

Der Pfad zeigt Segen und Fluch der alltäglichen Kunststoffe und deren Verwendungszwecke sowie alternative Arten zu herkömmlichen Polymeren. In Kombination mit einer Führung durch die Projektleiterinnen des Kunststoffpfads wurde uns alles gut verständlich nahegebracht. Dabei gab es auch mehrere interaktive Stationen auf dem Kunststoff-Bildungspfad – eines der Fotos zeigt wie wir die unterschiedlichen Eigenschaften von Seilen aus verschiedenen Kunststoffen austesten.

Nachmittags brachen wir dann wieder Richtung Frankfurt auf. Zum Glück fielen auf dem Rückweg nach Frankfurt und dann nach Dreieich keine weiteren Züge aus und wir konnten uns entspannt und vom langen Tag geschafft nach Hause aufmachen. Insgesamt war es für uns ein lehrreicher schöner Tag.

Text von Aaron Müßigbrod

Im NatLab: Chemie macht einfach Spaß

Im NatLab: Genaues Pipettieren ist unverzichtbar

Kunststoff-Bildungspfad: Test der Materialeigenschaften von Seilen aus verschiedenen Kunststoffen

Spielekisten für die Förderstufe

Mit der Pause kommt das kurze Verschnaufen – und Spaß an Bewegung!

Für die Jahrgangsstufen 5 und 6 hat unser Förderverein neue Materialien für die Spielekisten angeschafft, die mit Bällen, Frisbees, Indiaca, Catchball, Springseilen etc. zum Spielen animieren sollen. Die Kisten werden in den Pausen geöffnet und die Materialien können auf dem Schulhof oder Sportplatz eingesetzt werden. Jede Klasse ist für ihre Spielekiste verantwortlich.

Herzlichen Dank an unseren Förderverein!

Die Klasse 6c freut sich über die Abwechslung in den Pausen.

Neues Jahr – neuer Kunstkalender!

Auch im kommenden Jahr wird uns der Kalender der Weibelfeldschule mit ausgewählten Werken aus dem Kunstunterricht begleiten. Die Arbeiten von Schüler*innen aus den Jahrgängen 5, 6, 7, 9, 10 und 11 wurden ausgewählt und schmücken jeweils einen Monat. Seit vielen Jahren ist der Kunstkalender ein besonderes Weihnachtsgeschenk für alle Kunstliebhaber*innen.

Der Kunstkalender ist in der Bücherei für 12,- (bitte passend) zu erwerben.

Mach mit bei “Mathe im Advent 2021”

 

Der Mathekalender bietet ähnlich einem Adventskalender 24 Türchen, diese sind allerdings mit witzigen, kreativen und spannenden Knobelaufgaben gefüllt. Tritt an gegen Schülerinnen und Schüler aus Deinem Jahrgang – aus ganz Deutschland!

Es gibt 24 Aufgaben. In jeder Aufgabe ist von jeweils vier Antwortmöglichkeiten nur eine richtig. Um deine Antwort abzugeben, loggst du dich zuerst in deinem Account ein und gehst zur Aufgabe. Unter dem Aufgabentext wählst du eine Antwort aus und klickst auf Antwort abgeben ohne Joker.

Du hast drei Joker. Diese kannst du einsetzen, anstatt eine Antwort abzugeben und bekommst einen Punkt.

Für jede abgegebene Antwort bekommst du eine Sammelkarte in blau oder gold in deinem Account.

 

Auf geht’s!

Informationen zum Übergang von der Grundschule

Liebe Eltern,
liebe Schülerinnen und Schüler,

wir freuen uns über Ihr und euer Interesse an der Weibelfeldschule.

Leider müssen wir aufgrund des steigenden Infektionsgeschehens unseren Tag der offenen Tür am 04.12.2021 absagen. Wir bedauern es sehr, Sie und euch nicht gemeinsam an der Weibelfeldschule begrüßen zu können.

Wir haben auch in diesem Jahr viele Informationen rund um die Weibelfeldschule für Sie zusammengetragen. Sie finden diese unter dem nachstehenden Link bzw. ganz oben auf unserer Homepage als grünen Button “Übergang 4 nach 5”. Dort finden Sie auch die Ansprechpartnerinnen, die Ihnen bei weiteren Fragen gerne zur Verfügung stehen.

 

 

Film-Workshop zu „Im Labyrinth des Schweigens“

Am 17. November war das Fritz-Bauer-Institut aus Frankfurt zu Besuch in der Weibelfeldschule. Die beiden Mitarbeiterinnen Josephine und Inga haben einen Film-Workshop mit den Geschichte-GKs von Frau Abendroth und Frau Stollberg und dem Geschichte-LK von Herrn Stephan durchgeführt.

Der Film beschreibt, wie der Frankfurter Staatsanwalt Fritz Bauer und sein Team in den frühen 60er-Jahren in der BRD endlich die über 8000 SS-Wachleute aus dem Vernichtungslager „Auschwitz“ (1941-1945) als Mörder und Mithelfer zur Rechenschaft ziehen wollen, in der deutschen Gesellschaft und Politik aber auf eine Mauer des Schweigens und Vertuschens stoßen. Ihrer heldenhaften Hartnäckigkeit haben wir es zu verdanken, dass der Holocaust und „Auschwitz“ heutzutage überhaupt bekannt sind.

Im Anschluss an den Film folgte eine angeregte Diskussion zwischen den Schülerinnen und Schülern zu den Themen Strafe, Schuld, Verantwortung, Befehl und Gehorsam, und freier Wille.

Kunstausstellung im Häuschen auf dem Dreieichplatz

Herr Bürgermeister Martin Burlon eröffnete am 11. November 2021 die Ausstellung, die bis zum 2. Dezember im Häuschen auf dem Dreieichplatz zu sehen ist. Gezeigt werden Modelle „Mein Traumhaus“, die unter Berücksichtigung von Ökologie, Nachhaltigkeit, Wohlbefinden und Effizienz im Kunstunterricht während des Lockdowns entstanden sind.

 

Geschichts-LK entwirft Karikaturen zu historischen Themen

Karikaturen sind ein einflussreiches Medium unserer Gegenwart zur Transportation politischer oder gesellschaftlicher Botschaften und Meinungen. Ihre Analyse und Interpretation wird daher im Geschichts- und PoWi-Unterricht ausführlich geübt.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte von Herr Stephan aus der Q3 im Unterricht schon viele historische Karikaturen entschlüsselt haben, durften sie jetzt einmal – anstelle einer schriftlichen Klausur – selbst Karikaturen zu einem historischen Thema ihrer Wahl aus dem bisherigen LK-Unterricht erschaffen. Denn wie könnte man Karikaturen besser verstehen, als wenn man selbst einmal eine Karikatur entwirft?

Dabei sind einige beeindruckende Werke herausgekommen:

 

Hinweis des Webmasters: Die Darstellung des Hakenkreuzes in einigen der Karikaturen erfolgt gemäß § 86 StGB Absatz 4.

Löwenstark – Es ging hoch hinaus!

 

Die beiden „Bewegten Klassen“ 5d und 6d der Weibelfeldschule wollten mal ganz nach oben. Hierfür konnte das Hessische Landesprojekt „Löwenstark“, welches finanziell die Förderung von Kindern in ihrem Lehr- und Lernumfeld unterstützt, genutzt werden. Das Klettermobil der Sportjugend Hessen kam mit zwei Teamern, einem Wagen und einer Kletterwand am Donnerstag, den 25.Oktober 2021 auf den Pausenhof der Weibelfeldschule.

Die Kinder der bewegten Klassen konnten ihre Sportlichkeit, ihren Mut sowie ihre Geschicklichkeit mit Klettergurt, Kletterpfaden und Seilen unter Beweis stellen und meisterten sogar knifflige Partneraufgaben beim Klettern mit zusammengebundenen Füßen oder Händen.

Wer gerade nicht angeseilt in Höhen von bis zu 6m kletterte, der konnte auf dem Sportplatz Disc-Golf spielen und sich austoben oder mit der Weibelfelder Jonglierkiste Kunststücke üben und seine Koordination verbessern.

Einen riesen Spaß hatten alle aber bereits beim Zuschauen, Anfeuern und Applaudieren. Wer hoch hinausgeklettert ist, weiß nun, was es heißt, „sich selbst und manchmal auch seine Angst zu überwinden“. Am Ende dieses Tages stand eines ganz sicher fest. Die Schülerinnen und Schüler des Kletterprojekts waren und fühlten sich – Löwenstark.

GALAKTO-logisch! Sind Außerirdische eigentlich tolerant?

Aushilfslehrer Malte Anders nahm heute unsere 5. Klassen mit auf eine Abenteuerrreise mit intergalaktischer Herausforderung: Ein neuer Mitschüler ist sprichwörtlich vom Himmel gefallen. Der Weltraumbürger Galaktiko verfügt bisher über keine nennenswerten Erfahrungen im Umgang mit echten Menschen. Unvoreingenommen interessiert er sich für alle Themen der Schüler*innen und erhält von Malte auf der Schultheaterbühne eine Schulstunde der besonderen Art.

Was bedeutet Freundschaft? In wen darf ich mich verlieben? Warum tragen Mädchen Hosen aber Jungs keine Röcke? Was hat Toleranz mit toll zu tun? Und wo haben Außerirdische eigentlich das Herz?

Auf humorvolle Art und Weise hinterfragte der neue Erdenbürger altbekannte Rollenmuster und ließ sich von Malte und den Schüler*innen das Leben erklären. Die Kinder lernten auf diese Weise im interaktiven Zusammenspiel viel über ihre eigenen Werte, Ziele, Vorurteile und ihre eigene Welt. Themen wie Diskriminierung, Ausgrenzung, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt stehen im Vordergrund des Stücks. Das „außerirdische“ Comedy-Programm GALAKTO-logisch! ermöglichte den Kindern, Expert*innen ihres eigenen Alltags zu werden – und ganz nebenbei viel Neues zu lernen.  

Mehr Infos hier

 

Das große Interview vom 4.9.2019 mit Malte Anders – damals geführt von unserer Schulzeitungs-Redaktion:

 

Malte Anders mit unserer Schulzeitungs-Redaktion im Interview

Malte Anders hat sich jahrelang nicht getraut offen über seine Homosexualität zu sprechen. Er hatte Angst, aufgrund seiner Zuneigung zu Männern ausgegrenzt oder gemobbt zu werden – denn „schwul sein“, das kommt nicht bei jedem gut an. Das ist nicht hip oder angesagt, sondern oftmals ein Grund für Lästereien und persönliche Angriffe. Beleidigungen oder der Blick in verständnislose, manchmal sogar angeekelte Gesichter, sind für Menschen die sich „outen“ leider noch immer an der Tagesordnung. Das muss sich ändern! Aus diesem Grund tourt Timo Becker alias „Malte Anders“ durch Schulen.
Sein Ziel: Die Zuhörer aufzuwecken und zu sensibilisieren, sie hellhörig zu machen für Diskriminierungen – und die Schülerinnen und Schüler stark zu machen sich gegen eben solche zu wehren. Wie Malte herausgefunden hat, dass er schwul ist, wie seine Eltern und sein Freundeskreis mit seiner Homosexualität umgehen und was er sich von seinen Mitmenschen wünscht, hat er der Redaktion in einem Interview berichtet:

Paul: Malte, wie und wann haben Sie denn gemerkt, dass Sie homosexuell sind?

Dass ich „anders bin“, wusste ich eigentlich schon immer. Ich war schon in der Grundschule in Jungen verliebt. Da gab es zum Beispiel Steffen und in den war ich Hals über Kopf verliebt. Aber ich wusste damals natürlich nicht, dass das geht. Und deswegen habe ich mit 14 auch noch mal versucht, mich in ein Mädchen zu verlieben. Das war aber gar nicht das, was ich eigentlich wollte. Das habe ich aber erst sehr, sehr spät für mich akzeptiert. Auch mit 14, 15 als ich in das Alter kam, wo sich alle verlieben, wusste ich eigentlich schon, dass ich Jungs lieber mag. Meinen ersten Freund hatte ich dann erst mit 19 und da wurde mir klar: „Das ist genau richtig. Wir passen gut zusammen. Wir sind glücklich. Und fertig!“

Tom: Wow. Wie haben denn Ihre Eltern und Freunde reagiert, als Sie ihnen gesagt haben, dass Sie homosexuell sind?

Für mich war es am schwierigsten meinen Eltern von meiner Homosexualität zu erzählen. Meine Freunde haben total gut darauf reagiert – die hatten damit überhaupt keine Probleme – aber meine Mutter, die fand das ganz furchtbar. Sie ist gläubige Christin und hat mir gesagt, dass ihre Religion das verbietet*. Meine Mutter hat also erst mal angefangen zu heulen und ist dann im Bad zusammengeklappt. Sie hat auch gesagt, dass sie nicht akzeptiert, dass ich so bin und dass sie niemals einen meiner Freunde kennenlernen möchte. Meine Mutter hat leider auch heute noch echte Probleme damit.

Tom: Das ist nicht schön. Wurden Sie denn schon einmal aufgrund Ihrer Homosexualität benachteiligt?

Ich glaube richtig benachteiligt wurde ich nicht. Ich habe den Leuten aber auch nicht offen erzählt, dass ich schwul bin, so nach dem Motto: „Hallo. Ich bin der Malte, ich bin schwul.“ Ich hab immer gesagt „Wer fragt, kriegt eine Antwort und für alle anderen ist es egal.“ Es gibt also einfach Menschen, die davon wissen und es tolerieren, und Menschen, die einfach nichts davon wissen.
Aber um noch einmal auf die „Benachteiligung“ zurück zu kommen: Es war lange Zeit so, dass man als schwuler Mann in Deutschland nicht heiraten konnte. Man konnte sich nur „verpartnern“ lassen, aber man konnte nicht heiraten. Und man durfte dann zum Beispiel keine Kinder adoptieren. Das darf man jetzt mittlerweile alles. Ich glaube, da hat sich in den letzten Jahren in Deutschland viel geändert – vor 20, 30 Jahren war es noch viel, viel schwieriger für homosexuelle Menschen. Von daher: Ich glaube, ich bin gar nicht mehr so benachteiligt wie andere.
In eurem Alter, wo man vielleicht den ersten Freund, die erste Freundin hat, war es aber wirklich schwierig: Da haben alle Jungs in unserer Klasse erzählt mit welchem Mädel sie zusammen sind, alle Mädels haben erzählt mit welchem Jungen sie jetzt gehen. Und ich dachte: „Hmmm – und ich kann es jetzt keinem erzählen.“ Denn wenn ich es erzählt hätte, hätten sie mich vielleicht gemobbt – deswegen habe ich es nie gesagt. Ich glaube, das ist was, was sich schon ein bisschen angefühlt hat wie eine Benachteiligung.

Max: In anderen Ländern ist es ja nicht so „normal“ wie in Deutschland homosexuell zu sein, oder?

Puuhh – ich glaube, es ist in anderen Ländern auch normal, dass es da Homosexuelle gibt, aber die Leute gehen anders damit um. Es gibt ja viele Länder die das auf die Staatsreligion schieben. Die sagen: „Wir sind ein muslimisches Land und da ist es verboten“, es gibt aber auch viele christliche Länder, die damit Probleme haben, z.B. in Afrika.
Ich finde das natürlich furchtbar, das sind ja alles tolle Länder. Ich würde zum Beispiel total gerne mal nach Saudi-Arabien reisen, aber ich hätte ein bisschen Angst, wenn ich mit meinem Freund da hin fliegen würde. Wir könnten das niemals – denn wenn ich seine Hand nehmen und jemand das mitkriegen würde, wäre das schon gefährlich. Deswegen hoffe ich, dass sich da irgendetwas tut, aber ich bin da eher pessimistisch. Ich weiß nicht, ob sich da so schnell was verändert und denke, dass man dankbar sein kann in Deutschland zu leben. Wir sind in Deutschland da ja schon sehr weit. Hier kann man, egal wie man ist, einfach leben und glücklich sein, den Menschen heiraten, den man liebt und fertig. Das ist in anderen Ländern leider nicht so…

Max: Hat Sie denn wirklich schon einmal jemand wegen Ihrer Homosexualität diskriminiert oder beleidigt?

Na ja, in der Schule, ihr könnt euch das vorstellen, war es schon blöd, wenn Leute durch die Gegend gelaufen sind und „du Schwuchtel, du schwule Sau, du Homo…“ – sagten. Und selbst wenn ich nicht gemeint war – habe ich mich doch immer ein bisschen blöd gefühlt. Denn selbst wenn ich schwul bin, möchte ich entscheiden wann ich jemandem davon erzählen will – und ich möchte nicht, dass jemand anderes das für mich macht.

Paul: Wenn Sie das Wort „schwul“ hören, fühlen sie sich also nicht direkt angesprochen oder beleidigt?

Nö, erstmal wenn ich höre, dass jemand sagt „Du bist schwul“, dann denke ich: „Bin ich! Du hast völlig Recht. Gut gemerkt!“ Ich empfinde dieses Wort überhaupt nicht als Beleidigung, weil es bei mir ein Fakt ist. Aber es hängt auch immer davon ab, in welchem Zusammenhang man es sagt. Ich glaube gerade in der Schule verwenden es viele als Beleidigung. Und da müsst ihr Schüler ganz locker mit umgehen und einfach sagen: „Selbst wenn es so wäre, geht es dich nichts an!“
Es gibt ja auch viele Schüler, die „Jude“ als Schimpfwort verwenden, obwohl es gar keins ist. Das Judentum ist eine Religion. Mein Freund zum Beispiel ist Jude und wenn ich zu dem sage „Du Jude“, dann sagt er: „Ja, bin ich! – Du Christ.“ Man muss einfach mal festhalten, dass „schwul“ keine Beleidigung ist, genauso wie „Jude“ keine Beleidigung ist. Aber das wissen viele halt nicht, weil sie ihren Kopf zu wenig anstrengen.

Tatyana: „Behindert“ wird ja auch oft als Beleidigung benutzt….

Genau, das ist genauso ein Ding. Was ist eigentlich behindert und wer ist eigentlich behindert? Das sagt man heute ja auch gar nicht mehr. Wenn jemand zum Beispiel im Rollstuhl sitzt, und wir sagen: „Das ist ein behinderter Mensch“, würde er oder sie aber vielleicht sagen: „Ich sitz zwar im Rollstuhl, aber ich fühle mich gar nicht behindert.“ Worte können sehr stark verletzen – man müsste viel mehr darüber nachdenken, was man mit Worten anrichten kann. Das machen viele Leute leider viel zu wenig.
Ich wurde erst neulich an eine Schule geholt, um (mein Programm) „Homologie“ zu spielen, weil sich dort ein paar Wochen zuvor ein Mädchen umgebracht hat. Sie war lesbisch und wurde deshalb ausgegrenzt und gemobbt. Ganz furchtbar! Für mich war die Situation natürlich schwierig, weil ich ja Comedy mache und Witze – und das war eigentlich gar nicht zum Lachen, aber trotzdem so wichtig, dass ich dort war, damit man überhaupt mal drüber spricht.

Frau Kullmann: Da haben Sie recht. Unsere fünften Klassen haben in diesem Jahr Ihr Programm „Galaktologisch“ besucht. Als Sie dort von Ihrem Freund erzählt haben, wurden Sie lautstark ausgebuht. In dem Moment habe ich mich wirklich geschämt und meine Schüler später auch auf dieses Verhalten angesprochen. Einige Schüler hatten Gründe, andere haben einfach nur mitgemacht, weil sie es „cool“ fanden…

Das ist meistens so! Ich spreche die Leute ja auch immer an, wenn sie was dagegen haben und frage: „Warum hast du was dagegen?“ Und wenn jemand einen Grund hat, dann hat man auch darüber zu reden, zum Beispiel wenn einer sagt „Meine Religion verbietet es“, dann kann man darüber reden. Aber ich glaube, dass viele in unserer Gesellschaft einfach nur mitmachen. Mitmachen, weil sie wissen sie können das. Und das geht nicht!

Tatyana: Haben Sie denn einen Tipp für Schüler, die merken: „Hey, ich bin anders – ich bin homosexuell.“

Ja! Es gibt überhaupt keinen Grund, dass man gleich jedem davon erzählt. Das ist mutig, aber man muss nicht immer mutig sein! Eigentlich geht es nämlich keinen was an… Es ist gut, wenn man eine Person hat, der man vertraut. Das reicht schon. Oder zwei. Zum Beispiel einen Freund, eine Freundin, die Eltern, einen Lehrer, den Trainer…
Meine beste Freundin, Fabienne, die war immer da – und der habe ich immer alles erzählt. Und wenn dann jemand gesagt hat: „Du scheiß Schwuler!“, dann wusste ich: Mit der Fabienne kann ich reden. Es ist jemand da. Als es Fabienne wusste, habe ich es dann auch anderen Freunden erzählt und so wurden es immer und immer mehr. Und irgendwann war es überhaupt kein Problem mehr.

Frau Kullmann: Das klingt nach einem guten Tipp. Würden Sie sich denn noch etwas wünschen, was Schule machen kann? Was wir Lehrer machen können?

Ich glaube, was jeder machen kann, ist: Wach sein! Aufpassen, wenn man merkt, dass jemand ausgegrenzt wird, weil er schwul ist, weil er Jude ist, weil er Flüchtling ist, weil er – was auch immer ist. Alle können mithelfen und wach sein und an der passenden Stelle was sagen. Das trifft Schüler und auch Lehrer. Ich glaube, nur dann ändert sich was, wenn alle wach sind und man nicht wegschaut!

Vielen Dank für das tolle Interview und die offenen und ehrlichen Antworten. Wir hoffen, dass dieser Bericht und Ihre Besuche bei uns dazu beitragen, dass es mehr Toleranz und Akzeptanz an unserer Schule gibt!
Tom, Paul, Max, Tatyana & Frau Kullmann

Plötzlich Politiker*in!

Die da oben, was machen die eigentlich? Nur immer reden?? Wie aber geht Politik eigentlich? Wie fühlt sich das an, wenn andere Fraktionen anderer Meinung sind?

Ein Planspiel in Kooperation mit dem Hessischen Landtag machte diese Erfahrung erlebbar! Kurz vor den Herbstferien haben die PoWi-Leistungskurse digital an dieser “Experience Democracy” teilgenommen. Zunächst wurden die Schülerinnen und Schüler in verschiedene politische Fraktionen eingeteilt, mussten sich Meinungen zu bestimmten Themen bilden und dann mit den anderen Fraktionen zu einer Entscheidung kommen – wie im echten Landtag eben.

Sven Zalac und Eric Linder standen als Organisatoren den Schüler*innen vor Ort bei technischen Fragen zur Seite und begleiteten das Projekt in ihren Kursen. Das Video zum Planspiel gibt’s sogar auf der Website “Junger Hessischer Landtag” zu sehen, klick hier:

 

 

 

Deine Idee für den Schulplaner!

Ob Kollage, Fotografie, Zeichnung oder anderes: wie soll DEIN Schulplaner im nächsten Jahr aussehen?

Unser Schulplaner ist bereits im zweiten Schuljahr im Einsatz und wird gut angenommen. Damit er auch richtig Freude schon beim Angucken macht, kann jede*r Schüler*in der Weibelfeldschule ab sofort eigene Ideen einbringen, wie der Schulplaner im nächsten Jahr aussehen soll! Das Bild muss im Hochformat eingereicht werden, genug Platz für Name, Klasse, Logo und das Wort “Schulplaner” hergeben und möglichst auf einfarbigem/weißen Untergrund gestaltet sein. Alle eingereichten Bilder werden in der Schulzeitung präsentiert und zur Abstimmung gestellt. Bis Ende November kannst du deinen Vorschlag bei Frau Hein in der Bücherei abgeben oder per Mail unter einreichen.

Weibelfeldschule gestaltet Kalender

Mit verschiedenen Motiven versüßen uns in diesem Jahr die Schüler*innen der Jahrgänge 6, 7 und 9 die Vorweihnachtszeit. Ab November werden die Kalender an vielen Verkaufsstellen in ganz Dreieich, aber natürlich auch in unserer Bücherei für je 10,- verkauft.

Der Erlös kommt verschiedenen Projekten in ganz Dreieich zugute. Denn der Dreieicher Weihnachtskalender e.V. wird bereits im 20. Jahr mit dem Geld aus dem Verkauf des Kalenders und der Unterstützung von Projektpat*innen viele gemeinnützige Projekte finanzieren.

Wir danken allen großen und kleinen Künstler*innen, den Organisatorinnen Frau Gerhardt und Frau Riedl, der Bläserklasse für ihre Unterstützung beim Tag der Präsentation, den Projektpat*innen und natürlich ganz besonders dem Verein für dieses besondere Geschenk an uns alle in der Vorweihnachtszeit!