Einen besonderen Einblick in aktuelle medizinische Forschung erhielten die Schülerinnen und Schüler der drei Biologie-Leistungskurse der Weibelfeldschule in Dreieich Ende Februar. Zu Gast war Dr. Michael Oed, der einen Vortrag über Krebs – insbesondere Hautkrebs – und über neue Ansätze der modernen Krebsforschung hielt. Eingeladen hatten die Lehrkräfte Frau Veith, Frau Kauer und Frau Weitmann, deren Kurse sich im Unterricht intensiv mit zellbiologischen und genetischen Grundlagen von Krankheiten beschäftigen.
Zu Beginn seines Vortrags gab Dr. Oed zunächst einen Überblick über Krebs allgemein und seine Bedeutung weltweit. Besonders das sogenannte maligne Melanom gilt als eine aggressive Form von Hautkrebs, die früh Metastasen bilden kann. Ein entscheidender Faktor für die Prognose ist dabei die möglichst frühe Diagnose.
Anhand anschaulicher Beispiele erklärte Dr. Oed die unterschiedlichen Arten von Hautkrebs. Besonders gefährlich ist jedoch das maligne Melanom, das aufgrund seines schnellen Wachstums und seiner frühen Streuung für einen großen Teil der Hautkrebs-Todesfälle verantwortlich ist.
Ein Schwerpunkt des Vortrags lag auf aktuellen Entwicklungen in der Krebsforschung. Dr. Oed stellte dabei seine eigene Forschungsarbeit vor, die sich mit sogenannten Biomarkern beschäftigt. Ziel dieser Forschung ist es, mithilfe molekularer Merkmale in Tumorzellen besser vorhersagen zu können, wie hoch das Rückfallrisiko bei bestimmten Patienten ist. Gerade bei frühen Melanomstadien stehen bislang nur begrenzte Therapieoptionen zur Verfügung. Wenn es jedoch gelingt, Patientinnen und Patienten mit besonders hohem Risiko frühzeitig zu identifizieren, könnten bestehende Therapien gezielter eingesetzt werden.
Besonders spannend für die Schülerinnen und Schüler war die Erklärung moderner Labormethoden. In seiner Forschung wurden zahlreiche mögliche Marker untersucht, aus denen schließlich eine Signatur aus mehreren Proteinen entwickelt wurde. Diese kann helfen, Tumore genauer zu charakterisieren und Risiken besser einzuschätzen.
Neben den wissenschaftlichen Inhalten erhielten die Kurse auch einen realistischen Einblick in den Alltag der medizinischen Forschung. Dr. Oed beschrieb, wie lange der Weg von einer wissenschaftlichen Idee bis zur klinischen Anwendung sein kann. Bevor neue Tests oder Therapien in der Medizin eingesetzt werden, müssen sie in umfangreichen Studien überprüft und validiert werden. Diese Kombination aus Grundlagenforschung, klinischer Forschung und medizinischer Praxis machte den Schülerinnen und Schülern deutlich, wie komplex moderne Krebsforschung ist.
Im Anschluss an den Vortrag hatten die Teilnehmenden noch Gelegenheit, persönliche Fragen zu stellen. Dabei ging es nicht nur um medizinische Inhalte, sondern auch um mögliche Berufswege in der Wissenschaft. Dr. Oed berichtete von seinem eigenen Werdegang und erklärte, welche Studiengänge und Qualifikationen für eine Karriere in der Forschung wichtig sein können. Für viele Schülerinnen und Schüler war dieser Austausch besonders interessant, da einige von ihnen selbst ein Studium im Bereich Medizin oder Biologie in Betracht ziehen.
Die Veranstaltung stieß sowohl bei den Schülerinnen und Schülern als auch bei den Lehrkräften auf große Begeisterung. Der Vortrag verband theoretisches Wissen aus dem Unterricht mit aktuellen Entwicklungen aus der Forschung und machte deutlich, wie relevant biologische Grundlagen für medizinische Innovationen sind. Der Besuch von Dr. Michael Oed zeigte eindrucksvoll, wie spannend und gesellschaftlich wichtig moderne Krebsforschung ist – und wie eng Schule, Wissenschaft und Praxis miteinander verbunden sein können.
