Fair@school erkennt Einsatz gegen Diskriminierung an

Die Weibelfeldschule hat schon einige Aktionen durchgeführt, um SchülerInnen stark zu machen gegen Diskriminierung! Wir wollen für das Thema sensibilisieren.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der Cornelsen Verlag haben die Weibelfeldschule zu einer der Top Ten Schulen im Bundesgebiet in einem Wettbewerb ausgewählt, die sich zusammen mit vielen weiteren Schulen Deutschlands stark machen gegen Ausgrenzung, Mobbing und Diskriminierung! Für die Teilnahme bei  „fair@school – Schulen gegen Diskriminierung“ wurde das letzte Heft unserer Schulzeitung (Heft 47)  eingereicht, da darin die Aktivitäten zum Thema übersichtlich aufbereitet worden waren. Insgesamt hatten sich 70 Schulen aus dem ganzen Bundesgebiet beworben.

Die Weibelfeldschule ist seit 2019 offiziell „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und setzt sich für Menschenrechte auch im Kleinen, im Schulalltag ein. Die Top Ten bundesweit – ein toller Erfolg, auf den wir sehr stolz sind. Das motiviert uns weiter und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Neue Schulzeitung ist raus! Thema Vielfalt

Immer zum Schulhalbjahr erscheint die Schulzeitung der Weibelfeldschule. Diesmal drehen sich viele Beiträge darum, wie wir miteinander leben wollen und was Vielfalt bedeutet. Denn wo hunderte Menschen ein- und ausgehen, prallen viele Überzeugungen, Kulturen, Sprachen und Interessen aufeinander. Viel Spaß beim Lesen! Einfach aufs Cover klicken.

Ausstellung YOUniworTH derzeit zu Gast (Thema: Migration)

v.l.n.r.: Martin Burlon (Bürgermeister), Marius Bonifer (Jugendparlament Dreieich), Hanneliese Einloft-Achenbach (IB-Jugendmigrationsdienst Langen), Susanne Strauß-Chiacchio (Schulleiterin), Christoph Seel (Jugendparlament Dreieich), Linda Hein (Bibliothekarin)

Wie wollen wir zusammen leben?

„Fremde sind Freunde, die sich noch nicht kennen.“ Mit diesem Zitat von Beate Antonie Tröster eröffnete der Bürgermeister der Stadt Dreieich, Martin Burlon, am 21.01.2020 in der Schul- und Stadtteilbücherei Dreieich-Weibelfeldschule gemeinsam mit der Schulleiterin Frau Strauß-Chiacchio die Ausstellung „YOUniworTH“. Ein Kunstwort, welches die Wörter YOUTH/ YOU und WORTH abstrakt miteinander kombiniert. YOUniworTh wurde von den IB-Jugendmigrationsdiensten konzipiert und tourt seit 2018 durch Deutschland.

Es waren zahlreiche Gäste erschienen. Burlon betonte, wie bewundernswert er es fände, dass die Bücherei sich engagiert hätte, die Ausstellung  bei sich vor Ort zu haben. Marius Bonifer vertrat das Jugendparlament Dreieich, welches die Patenschaft der Ausstellung übernommen hatte. Frau Einloft-Achenbach vom Jugend Migrationsdienst Langen lobte die Kooperation mit der Weibelfeldschule und zeigte sich erfreut, dass die stark nachgefragte Ausstellung jetzt in unserem Landkreis zu Gast ist. Sie erhofft sich, dass möglichst viele Jugendliche über das Thema Migration miteinander ins Gespräch kommen.

Laut JuPa-Sprecher Marius Bonifer gäbe es leider noch viel zu viele – leider auch oft junge – Menschen, die der Auffassung seien, Integration bedeute, jemandem eine fremde Kultur aufzudrängen, und das sei es eben nicht. Bonifer stellte fest: „Integration ist viel mehr, den Leuten zu ermöglichen ihre Kultur weiter auszuleben, aber trotzdem ein Teil unserer Gesellschaft zu sein.“ Deswegen ist es wichtig, gezielt jungen Menschen an das Thema heranzuführen und ihnen zu zeigen, wie und was Integration ist, und genau das bezweckt die Ausstellung.

YOUniworTH richtet den Blick auf das Zusammenleben junger Menschen in Deutschland. Ziel der Ausstellung ist es, für die Themen Jugend und Migration zu sensibilisieren, Vorurteile zu hinterfragen und einander besser kennenzulernen. Das Team vom IB-Jugendmigrationsdienst wird nun die Tage die Schulklassen durch die verschiedenen und sehr interessanten Stationen begleiten.

YOUniwortH ist keine gewöhnliche Ausstellung, an der man sich „nur“ informieren kann. Sie ist eine sehr umfangreiche und multimediale Ausstellung. Es sind sieben Stationen, an denen man sich ausprobieren kann und verschiedene interessante Aspekte zum Thema Migration erfahren kann. Eine sehr bemerkenswerte Station ist die des Kofferpackens. Hierbei sollen die Jugendlichen entscheiden, was sie alles in ihrem Koffer packen würden, wenn sie auf die schnelle ihr Land verlassen müssten. Dabei sind verschiedene Optionen gegeben, wie zum Beispiel Lebensmittel, Hygieneartikel, aber auch, verschiedene Spielekonsolen. Da sich auch Schulklassen der sechsten Jahrgangsstufe angemeldet haben, dürfte dies zu interessantem Gesprächsstoff führen. Was ist wichtig? Was muss ich mitnehmen? Und genau dieses aktivierende Vorgehen regt die Jugendlichen dazu an, darüber nachzudenken, was genau lebensnotwendig ist.

Viele gehen auch davon aus, dass sie mit Migration allgemein oder auch im  Alltag nicht so viel zu tun haben. Aber eine Station beweist das genaue Gegenteil. Es sind an einer Tafel Wörter aufgehängt, die im deutschen Sprachgebrauch täglich verwendet werden und hierbei wird aufgedeckt, dass diese Wörter auch einen Migrationshintergrund haben und viele Jahre über durch verschiedene Sprachen gewandert sind, bis sie letzten Endes zu dem Begriff wurden, wie wir ihn heute verwenden. „Kaputt“ zum Beispiel entspringt einer französischen Redewendung (faire qn. Capot = jemanden schwarz spielen oder besiegen) und gelangte im 17. Jahrhundert in den deutschen Sprachgebrauch. Solche praktischen Beispiele regen die Besucher*innen dazu an, darüber nachzudenken, wie viel wir eigentlich mit Migration im Alltag zu tun haben.

Die Ausstellung steht für alle Interessierten offen zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtteilbücherei (Mo-Mi 13-17 Uhr, Do 12-15 Uhr, Fr 10-15 Uhr). Bis zum 30. Januar können sich interessierte Schulklassen ab Jahrgang sechs noch für eine Führung anmelden : Linda Hein, Telefon: 06103-961850, Email:

Weitere Infos: zur Ausstellung, zum IB-Jugendmigrationsdienst Langen

 

Amara Khokhar

YOUniworTH – Interaktive Ausstellung gegen Diskriminierung

YOUniworTH ist eine multimediale Wanderausstellung über das Leben jugendlicher Zugewanderter in Deutschland. Die Ausstellung wird vom 22.bis 30. Januar in unserer Bücherei zu erleben sein. Sie soll Raum für Austausch und Reflexion geben.

Gruppenführungen (je 60-90 Minuten) bitte rechtzeitig buchen!

Der Jugendmigrationsdienst Langen vom Internationalen Bund und die Schul- und Stadtteilbücherei Dreieich Weibelfeldschule kooperieren in diesem Projekt.

Zur Ausstellung: Das Kennenlernen und Sensibilisieren für die Themen Jugend und Jugendmigration stehen im Fokus der Ausstellung YOUniworTH. Die JMD-Wanderausstellung möchte das Leben von jungen Zugewanderten in Deutschland für die breite Öffentlichkeit greifbar machen, indem sie jungen Menschen mit Migrationshintergrund eine Stimme verleiht. Dabei werden BesucherInnen Einblicke in die Lebenswelten dieser Jugendlichen gewährt. Die Ausstellung bietet Raum für Begegnungen und Austausch. Spielerisch und multimedial werden Jugendliche aufgefordert zu reflektieren, zu hinterfragen und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.

Die Ausstellung möchten den Blickwinkel „von Jugendlichen auf Jugendliche“ einnehmen und ihren Fokus auf die Gemeinsamkeiten von Jugend, das Verbindende und somit das Zusammenleben in Deutschland richten. Die Ausstellung ist damit nicht nur Stimme für jungen Menschen in unserem Land, sie gibt ihnen auch die Möglichkeit mit ihrer Stimme teilzuhaben. Weiteres unter www.youniworth.de und in diesem Flyer.

Führung durch die Ausstellung (Leitfaden YOUniworTH)

 

GALAKTO-logisch! Sind Außerirdische eigentlich tolerant?

Malte Anders mit unserer Schulzeitungs-Redaktion im Interview

Aushilfslehrer Malte Anders nahm heute unsere 5. Klassen mit auf eine Abenteuerrreise mit intergalaktischer Herausforderung: Ein neuer Mitschüler ist sprichwörtlich vom Himmel gefallen. Der Weltraumbürger Galaktiko verfügt bisher über keine nennenswerten Erfahrungen im Umgang mit echten Menschen. Unvoreingenommen interessiert er sich für alle Themen der Schüler*innen und erhält von Malte auf der Schultheaterbühne eine Schulstunde der besonderen Art.

Was bedeutet Freundschaft? In wen darf ich mich verlieben? Warum tragen Mädchen Hosen aber Jungs keine Röcke? Was hat Toleranz mit toll zu tun? Und wo haben Außerirdische eigentlich das Herz?

Auf humorvolle Art und Weise hinterfragte der neue Erdenbürger altbekannte Rollenmuster und ließ sich von Malte und den Schüler*innen das Leben erklären. Die Kinder lernten auf diese Weise im interaktiven Zusammenspiel viel über ihre eigenen Werte, Ziele, Vorurteile und ihre eigene Welt. Themen wie Diskriminierung, Ausgrenzung, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt stehen im Vordergrund des Stücks. Das „außerirdische“ Comedy-Programm GALAKTO-logisch! ermöglichte den Kindern, Expert*innen ihres eigenen Alltags zu werden – und ganz nebenbei viel Neues zu lernen.  

Mehr Infos hier

 

Das große Interview mit Malte Anders geführt von unserer Schulzeitungs-Redaktion:

 

Malte Anders hat sich jahrelang nicht getraut offen über seine Homosexualität zu sprechen. Er hatte Angst, aufgrund seiner Zuneigung zu Männern ausgegrenzt oder gemobbt zu werden – denn „schwul sein“, das kommt nicht bei jedem gut an. Das ist nicht hip oder angesagt, sondern oftmals ein Grund für Lästereien und persönliche Angriffe. Beleidigungen oder der Blick in verständnislose, manchmal sogar angeekelte Gesichter, sind für Menschen die sich „outen“ leider noch immer an der Tagesordnung. Das muss sich ändern! Aus diesem Grund tourt Timo Becker alias „Malte Anders“ durch Schulen.
Sein Ziel: Die Zuhörer aufzuwecken und zu sensibilisieren, sie hellhörig zu machen für Diskriminierungen – und die Schülerinnen und Schüler stark zu machen sich gegen eben solche zu wehren. Wie Malte herausgefunden hat, dass er schwul ist, wie seine Eltern und sein Freundeskreis mit seiner Homosexualität umgehen und was er sich von seinen Mitmenschen wünscht, hat er der Redaktion in einem Interview berichtet:

Paul: Malte, wie und wann haben Sie denn gemerkt, dass Sie homosexuell sind?

Dass ich „anders bin“, wusste ich eigentlich schon immer. Ich war schon in der Grundschule in Jungen verliebt. Da gab es zum Beispiel Steffen und in den war ich Hals über Kopf verliebt. Aber ich wusste damals natürlich nicht, dass das geht. Und deswegen habe ich mit 14 auch noch mal versucht, mich in ein Mädchen zu verlieben. Das war aber gar nicht das, was ich eigentlich wollte. Das habe ich aber erst sehr, sehr spät für mich akzeptiert. Auch mit 14, 15 als ich in das Alter kam, wo sich alle verlieben, wusste ich eigentlich schon, dass ich Jungs lieber mag. Meinen ersten Freund hatte ich dann erst mit 19 und da wurde mir klar: „Das ist genau richtig. Wir passen gut zusammen. Wir sind glücklich. Und fertig!“

Tom: Wow. Wie haben denn Ihre Eltern und Freunde reagiert, als Sie ihnen gesagt haben, dass Sie homosexuell sind?

Für mich war es am schwierigsten meinen Eltern von meiner Homosexualität zu erzählen. Meine Freunde haben total gut darauf reagiert – die hatten damit überhaupt keine Probleme – aber meine Mutter, die fand das ganz furchtbar. Sie ist gläubige Christin und hat mir gesagt, dass ihre Religion das verbietet*. Meine Mutter hat also erst mal angefangen zu heulen und ist dann im Bad zusammengeklappt. Sie hat auch gesagt, dass sie nicht akzeptiert, dass ich so bin und dass sie niemals einen meiner Freunde kennenlernen möchte. Meine Mutter hat leider auch heute noch echte Probleme damit.

Tom: Das ist nicht schön. Wurden Sie denn schon einmal aufgrund Ihrer Homosexualität benachteiligt?

Ich glaube richtig benachteiligt wurde ich nicht. Ich habe den Leuten aber auch nicht offen erzählt, dass ich schwul bin, so nach dem Motto: „Hallo. Ich bin der Malte, ich bin schwul.“ Ich hab immer gesagt „Wer fragt, kriegt eine Antwort und für alle anderen ist es egal.“ Es gibt also einfach Menschen, die davon wissen und es tolerieren, und Menschen, die einfach nichts davon wissen.
Aber um noch einmal auf die „Benachteiligung“ zurück zu kommen: Es war lange Zeit so, dass man als schwuler Mann in Deutschland nicht heiraten konnte. Man konnte sich nur „verpartnern“ lassen, aber man konnte nicht heiraten. Und man durfte dann zum Beispiel keine Kinder adoptieren. Das darf man jetzt mittlerweile alles. Ich glaube, da hat sich in den letzten Jahren in Deutschland viel geändert – vor 20, 30 Jahren war es noch viel, viel schwieriger für homosexuelle Menschen. Von daher: Ich glaube, ich bin gar nicht mehr so benachteiligt wie andere.
In eurem Alter, wo man vielleicht den ersten Freund, die erste Freundin hat, war es aber wirklich schwierig: Da haben alle Jungs in unserer Klasse erzählt mit welchem Mädel sie zusammen sind, alle Mädels haben erzählt mit welchem Jungen sie jetzt gehen. Und ich dachte: „Hmmm – und ich kann es jetzt keinem erzählen.“ Denn wenn ich es erzählt hätte, hätten sie mich vielleicht gemobbt – deswegen habe ich es nie gesagt. Ich glaube, das ist was, was sich schon ein bisschen angefühlt hat wie eine Benachteiligung.

Max: In anderen Ländern ist es ja nicht so „normal“ wie in Deutschland homosexuell zu sein, oder?

Puuhh – ich glaube, es ist in anderen Ländern auch normal, dass es da Homosexuelle gibt, aber die Leute gehen anders damit um. Es gibt ja viele Länder die das auf die Staatsreligion schieben. Die sagen: „Wir sind ein muslimisches Land und da ist es verboten“, es gibt aber auch viele christliche Länder, die damit Probleme haben, z.B. in Afrika.
Ich finde das natürlich furchtbar, das sind ja alles tolle Länder. Ich würde zum Beispiel total gerne mal nach Saudi-Arabien reisen, aber ich hätte ein bisschen Angst, wenn ich mit meinem Freund da hin fliegen würde. Wir könnten das niemals – denn wenn ich seine Hand nehmen und jemand das mitkriegen würde, wäre das schon gefährlich. Deswegen hoffe ich, dass sich da irgendetwas tut, aber ich bin da eher pessimistisch. Ich weiß nicht, ob sich da so schnell was verändert und denke, dass man dankbar sein kann in Deutschland zu leben. Wir sind in Deutschland da ja schon sehr weit. Hier kann man, egal wie man ist, einfach leben und glücklich sein, den Menschen heiraten, den man liebt und fertig. Das ist in anderen Ländern leider nicht so…

Max: Hat Sie denn wirklich schon einmal jemand wegen Ihrer Homosexualität diskriminiert oder beleidigt?

Na ja, in der Schule, ihr könnt euch das vorstellen, war es schon blöd, wenn Leute durch die Gegend gelaufen sind und „du Schwuchtel, du schwule Sau, du Homo…“ – sagten. Und selbst wenn ich nicht gemeint war – habe ich mich doch immer ein bisschen blöd gefühlt. Denn selbst wenn ich schwul bin, möchte ich entscheiden wann ich jemandem davon erzählen will – und ich möchte nicht, dass jemand anderes das für mich macht.

Paul: Wenn Sie das Wort „schwul“ hören, fühlen sie sich also nicht direkt angesprochen oder beleidigt?

Nö, erstmal wenn ich höre, dass jemand sagt „Du bist schwul“, dann denke ich: „Bin ich! Du hast völlig Recht. Gut gemerkt!“ Ich empfinde dieses Wort überhaupt nicht als Beleidigung, weil es bei mir ein Fakt ist. Aber es hängt auch immer davon ab, in welchem Zusammenhang man es sagt. Ich glaube gerade in der Schule verwenden es viele als Beleidigung. Und da müsst ihr Schüler ganz locker mit umgehen und einfach sagen: „Selbst wenn es so wäre, geht es dich nichts an!“
Es gibt ja auch viele Schüler, die „Jude“ als Schimpfwort verwenden, obwohl es gar keins ist. Das Judentum ist eine Religion. Mein Freund zum Beispiel ist Jude und wenn ich zu dem sage „Du Jude“, dann sagt er: „Ja, bin ich! – Du Christ.“ Man muss einfach mal festhalten, dass „schwul“ keine Beleidigung ist, genauso wie „Jude“ keine Beleidigung ist. Aber das wissen viele halt nicht, weil sie ihren Kopf zu wenig anstrengen.

Tatyana: „Behindert“ wird ja auch oft als Beleidigung benutzt….

Genau, das ist genauso ein Ding. Was ist eigentlich behindert und wer ist eigentlich behindert? Das sagt man heute ja auch gar nicht mehr. Wenn jemand zum Beispiel im Rollstuhl sitzt, und wir sagen: „Das ist ein behinderter Mensch“, würde er oder sie aber vielleicht sagen: „Ich sitz zwar im Rollstuhl, aber ich fühle mich gar nicht behindert.“ Worte können sehr stark verletzen – man müsste viel mehr darüber nachdenken, was man mit Worten anrichten kann. Das machen viele Leute leider viel zu wenig.
Ich wurde erst neulich an eine Schule geholt, um (mein Programm) „Homologie“ zu spielen, weil sich dort ein paar Wochen zuvor ein Mädchen umgebracht hat. Sie war lesbisch und wurde deshalb ausgegrenzt und gemobbt. Ganz furchtbar! Für mich war die Situation natürlich schwierig, weil ich ja Comedy mache und Witze – und das war eigentlich gar nicht zum Lachen, aber trotzdem so wichtig, dass ich dort war, damit man überhaupt mal drüber spricht.

Frau Kullmann: Da haben Sie recht. Unsere fünften Klassen haben in diesem Jahr Ihr Programm „Galaktologisch“ besucht. Als Sie dort von Ihrem Freund erzählt haben, wurden Sie lautstark ausgebuht. In dem Moment habe ich mich wirklich geschämt und meine Schüler später auch auf dieses Verhalten angesprochen. Einige Schüler hatten Gründe, andere haben einfach nur mitgemacht, weil sie es „cool“ fanden…

Das ist meistens so! Ich spreche die Leute ja auch immer an, wenn sie was dagegen haben und frage: „Warum hast du was dagegen?“ Und wenn jemand einen Grund hat, dann hat man auch darüber zu reden, zum Beispiel wenn einer sagt „Meine Religion verbietet es“, dann kann man darüber reden. Aber ich glaube, dass viele in unserer Gesellschaft einfach nur mitmachen. Mitmachen, weil sie wissen sie können das. Und das geht nicht!

Tatyana: Haben Sie denn einen Tipp für Schüler, die merken: „Hey, ich bin anders – ich bin homosexuell.“

Ja! Es gibt überhaupt keinen Grund, dass man gleich jedem davon erzählt. Das ist mutig, aber man muss nicht immer mutig sein! Eigentlich geht es nämlich keinen was an… Es ist gut, wenn man eine Person hat, der man vertraut. Das reicht schon. Oder zwei. Zum Beispiel einen Freund, eine Freundin, die Eltern, einen Lehrer, den Trainer…
Meine beste Freundin, Fabienne, die war immer da – und der habe ich immer alles erzählt. Und wenn dann jemand gesagt hat: „Du scheiß Schwuler!“, dann wusste ich: Mit der Fabienne kann ich reden. Es ist jemand da. Als es Fabienne wusste, habe ich es dann auch anderen Freunden erzählt und so wurden es immer und immer mehr. Und irgendwann war es überhaupt kein Problem mehr.

Frau Kullmann: Das klingt nach einem guten Tipp. Würden Sie sich denn noch etwas wünschen, was Schule machen kann? Was wir Lehrer machen können?

Ich glaube, was jeder machen kann, ist: Wach sein! Aufpassen, wenn man merkt, dass jemand ausgegrenzt wird, weil er schwul ist, weil er Jude ist, weil er Flüchtling ist, weil er – was auch immer ist. Alle können mithelfen und wach sein und an der passenden Stelle was sagen. Das trifft Schüler und auch Lehrer. Ich glaube, nur dann ändert sich was, wenn alle wach sind und man nicht wegschaut!

Vielen Dank für das tolle Interview und die offenen und ehrlichen Antworten. Wir hoffen, dass dieser Bericht und Ihre Besuche bei uns dazu beitragen, dass es mehr Toleranz und Akzeptanz an unserer Schule gibt!
Tom, Paul, Max, Tatyana & Frau Kullmann

Projektpatenrede zum Start von „Schule ohne Rassismus“

Rede von Fatma Nur Kizilok für den Ausländerbeirat Dreieich
(Projektpate der Weibelfeldschule für den Start von „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“) vom 02.09.2019

 

Bürgermeister Martin Burlon, Schulleiterin Susanne Strauß-Chiacchio, Schülerin, heidi Soboll (Bürgerstiftung Dreieich), Fatma Nur Kizilok (Ausländerbeirat Dreieich), Vertreter der SV und des Corage-Netzwerkes sowie Alexander Hock 8ganz rechts)

Liebe Schülerinnen und Schüler,
spätestens seit gestern, den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg wissen wir, dass sich die Schatten der Nazivergangenheit über Deutschland ausbreiten. Das Licht der Vernunft und Geschwisterlichkeit in Frieden droht zu verlöschen. Es ist nicht die Zeit, um den Kopf in den Sand zu stecken oder als Kind und Jugendlicher zu glauben, die Erwachsenen werden das schon wieder für uns in Ordnung bringen.

Nein, wir haben gesehen, dass sogenannte Erwachsene mit einem Mindestmaß an Vernunft ausgestattet sind, die erst diese Probleme herbeiführen. Sie schüren Hass, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Antiziganismus – eben all die Rassismen, die heute ungeniert salonfähig geworden sind. Viele Erwachsene haben den Mut verloren und keine Kraft mehr, sich gegen die Dunkelheit zu wehren. Sie sind in Hoffnungslosigkeit verfallen.

Als Lehrkraft an der Uni und diversen weiterführenden Schulen bin ich Zeuge geworden, dass Kinder und Jugendliche eine Kraft besitzen, die die Welt zum Guten verändern kann. Sie haben die Gabe der klaren Sicht für die wesentlichen Dinge des Lebens und des Herzens, worauf es ankommt. Deshalb ist es mir als Vorsitzende des Ausländerbeirates im Namen meiner Beiräte eine Ehre, die Schülerinnen und Schüler in ihrem Projekt „Schule ohne Rassismus“ zu unterstützen und die Patenschaft zu übernehmen.

Im Kampf gegen Hass, Hetze und Rassismus muss sich die Basis in Bewegung setzen. Die Basis der Gesellschaft sind jedoch unsere Kinder und Jugendlichen. Sie sind der Kern unserer Hoffnung und die Zukunft der Menschheit.

Liebe Schülerinnen und Schüler, ihr seid die Zukunft der Demokratie, ihr seid ihre Wächter. Erhebt eure Stimme und zeigt ohne Furcht auf diejenigen, die Hass säen. Lasst nicht zu, dass solche Menschen unbekümmert die Welt mit Blumen des Bösen vergiften. Das Böse aber ist ein Ego ohne jegliches Mitgefühl, das schon einmal 6 Millionen Menschen im Holocaust das Leben gekostet hat.

Bitte helft, dass verirrte Menschen wieder zur Vernunft kommen und wir alle uns in Achtung und Respekt begegnen. Mitgefühl und Liebe sind grundlegende Werte des humanen Lebens, das uns hilft, Natur, Mensch, Tier und Umwelt verantwortungsvoll zu beschützen.

Deshalb ein großes Dankeschön an euch Weibelfeldschülerinnen und -schüler, sowie Lehrerinnen und Lehrer und alle, die euch unterstützen.

„Mensch, du hast Recht(e)!“ Mobiles Lernlabor vor Ort

Das Mobile Lernlabor „Mensch, Du hast Recht(e)!“, eine Wanderausstellung der Bildungsstätte Anne Frank zu Rassismus, Diskriminierung und Menschenrechten gastiert  in der Schul- und Stadtteilbücherei Dreieich Weibefeldschule. Die Ausstellung ist für alle Schulen und Interessierte geöffnet und kann kostenfrei besucht werden!

Parallel zum Startschuss von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gastiert eine große interaktive Ausstellung zum Thema Rassismus an der Weibelfeldschule: Um das Thema auch im Schulalltag stärker in den Mittelpunkt zu rücken und noch mehr und anschaulicher in den Unterricht einzubinden, ist Das Mobile Lernlabor „Mensch, Du hast Recht(e)!“ der Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt/Main im September (03.-26.09.) in der Bücherei der Weibelfeldschule zu sehen. An interaktiven Ausstellungsobjekten können die Schülerinnen und Schüler sich dem Thema Alltagsrassismus nähern und miteinander ins Gespräch kommen.

https://www.bs-anne-frank.de/duhastrechte/

Die Jahrgänge 8-11 der Weibelfeldschule werden von Schülerinnen und Schülern des Politik-Leistungskurses durch die Objekte begleitet und können mit den extra ausgebildeten Peers über neu gewonnene Aspekte sprechen.

Die Bürgerstiftung Dreieich, die Sparkasse Langen-Seligenstadt, die Dreieich-Stiftung und der Förderverein der Weibelfeldschule e.V. ermöglichten es, diese anschauliche und hochaktuelle Ausstellung nach Dreieich zu holen. Herzlichen Dank für diese Unterstützung!

 

Das Mobile Lernlabor „Mensch, Du hast Recht(e)!“ der Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt/Main kann von allen Schulen der Umgebung besucht werden, eine Reservierung für die einzelnen Klassen ist erforderlich. Interessenten können die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Bücherei auch einzeln besuchen. Der Eintritt ist frei. Für den barrierefreien Zugang zur Ausstellung nutzen Sie bitte den Eingang über den Schulhof an der Rückseite der Bücherei, gern kurz vorher anrufen.

KONTAKT

Linda Hein, Tel.:  06103/961850, Mail:

 

 

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage!

Die Weibelfeldschule darf sich ab September 2019 „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nennen!

Die Schülerinnen und Schüler der Weibelfeldschule machen sich stark gegen Rassismus! Unsere Schülervertretung setzte sich in den vergangenen Wochen dafür ein, dass die Schule das Label „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ tragen darf. Dazu haben viele Schulangehörige eine Selbstverpflichtung unterzeichnet, in der sie sich gegen Rassismus und Diskriminierung aussprechen. Zusätzlich verpflichtet sich die Schule dazu, regelmäßig zum Thema Veranstaltungen anzubieten. Darum ist im September Das Mobile Lernlabor „Mensch du hast Recht(e)“ der Bildungsstätte Anne Frank an der Schule. Mehr Infos auf https://www.schule-ohne-rassismus.org/startseite/

Darstellendes Spiel die Zweite: GrenzenLos!

Eine Inszenierung des Kurses „Darstellendes Spiel“ Jahrgang 12 der Weibelfeldschule am 2. und 3. April 2019, jeweils um 19:00 in der Aula der WFS.

(Update) Aufgrund der hohen Nachfrage wird das Stück „GrenzenLos“ am 4. April 2019 um 19:00 ein weiteres Mal aufgeführt.

Grenzen behindern…? Grenzen schützen…? Wo liegen unsere eigenen Grenzen? Und wann überschreiten wir diese? Fängt das Träumen da an, wo die Realität an ihre Grenzen stößt?

In unserem Theaterstück „GrenzenLos“ haben wir uns verschiedener Aspekte angenommen, die sich um das Thema „Grenzen“ drehen. Nicht nur nahe liegende Themen wie geografische und politische Grenzen, werden in unserem Stück aufgegriffen. Auch die Frage, wo der Mensch an körperliche oder selbst gesetzte, gedankliche Grenzen stößt, ist Teil dieser Collage. Mit Elementen des Tanztheaters sowie der Postdramatik zeichnet sich die theatrale Umsetzung aus.
Vier Wächter der Liebes-, Realitäts-, geographischen sowie gesellschaftlichen Grenze, nehmen den Zuschauer mit in ihre Gedankenwelt. Sie beobachten das Handeln der Menschen mal kritisch,  mal bejahend, eröffnen Fragen, auf die der Zuschauer seine eigenen Antworten finden darf. Texte von Bertolt Brecht, Kafka sowie verschiedenste Gedichte, Musik der Klassik, Aktuelles und sogar selbst arrangierte Musikstücke finden ihren Platz. Eine Gruppe von vierzig Schülern stellt eindrucksvolle Massenszenen, aber auch stille Momente der Reflexion oder Grenzwertigkeit dar.

LSBTI Comic-Ausstellung in der Bücherei

„Das ist doch heute kein Problem mehr!?“

 

„Schwul, lesbisch, bi-, trans- oder intersexuell (LSBTI) zu sein, das ist doch alles gar kein Problem mehr!“ So denken viele. Studien sprechen eine andere Sprache. Nach wie vor haben viele Jugendliche Angst vor Ablehnung, Angst vor Hänseleien, Angst, nicht mehr dazuzugehören. Im Rahmen des zehnjährigen Jubiläums unserer Schulbücherei wollen wir uns dieses Themas annehmen und Lehrkräfte, Jugendliche, aber auch Eltern und Interessierte mit einer Comicausstellung einladen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

 

Die Ausstellung ist vom 25.01.-22.02.2019 zu sehen. Alle Infos dazu in der Bücherei bei Frau Hein.

 

Begleitend zur Ausstellung gibt es Unterrichtsmaterial hier. Lehrkräfte können das Thema auch zu einem anderen Zeitpunkt in ihrem Unterricht einbauen, die Plakate der Ausstellung verbleiben in der Bücherei und für Unterrichtszwecke können ausgeliehen werden. Es gibt ein Begleitbuch zur Ausstellung, das natürlich auch entliehen werden kann.

 

Wie viel Fair Play steckt im Fußball?

Bundesligistin Saskia Matheis berichtet über den nicht so kleinen Unterschied im Fußball

 

Die Profi-Fußballerin Saskia Matheis eröffnete als Patin den Sports-Fun-Team-Day (16.08.2018). Matheis spielt im 1. FFC Frankfurt in der ersten Bundesliga und kickte bereits für die Deutsche National-Elf der Frauen. Die Redaktion der Schulzeitung hat sie im August 2018 zum Gespräch getroffen.
Skeptische Blicke, dann lassen die Jungs sie in ihrem Team gönnerhaft mitspielen im Soccer-Court am Sports Fun Team Day der Weibelfeldschule – die Rede ist von Saska Matheis. Die Profisportlerin kennt diese Vorbehalte der männlichen Kicker nur zu gut, denn Fußball ist nach wie vor eine Männerdomäne. Einmal am Ball, zeigt sie ihre hervorragende Technik und beweist, dass viel Rennen nicht immer gleich besser ist. Sie bringt die Jungs gut ins Schwitzen – und zum Staunen.

Das Ziel im Blick

Saskia Matheis hat sich ganz nach oben gespielt! Mit vier Jahren bereits begann sie mit dem Fußballspielen, das bald zu ihrer liebsten Sportart und ihrem Lebensinhalt werden sollte. Dabei hat sie sich auch in anderen Disziplinen ausprobiert. Die junge Frau machte bereits Judo, kann turnen und liebt Wintersport – der Fußball jedoch sollte ihre Leidenschaft werden. Mit sieben Jahren wechselte sie zum FV 06 Sprendlingen und fiel prompt einem Talentförderer ins Auge. Matheis verbrachte den Sommer im Fußballcamp des FFC – nach dem ersten Tag wurde der Vater zum Gespräch gebeten. Das Talent seiner Tochter sei herausragend und fortan kickte Matheis sowohl weiterhin für die Jungs in Sprendlingen als auch für die Mädchen beim 1. FFC Frankfurt. Ab 2013 spielte Matheis dann nur noch in der für die Mädchen in der U17-Juniorinnen Bundesliga.

Frauenfußball – der kleine Unterschied…

In den vergangenen Jahren durchlief sie alle Juniorinnenteams der Nationalmannschaft. Als besonders hart empfindet Matheis den Sprung von der U20 direkt ins A-Team. Bei ihren männlichen Spielern gäbe es hier einen Zwischenschritt, der sie aufs A-Team noch besser vorbereite. „Als Frau musst du den Sprung von U20 direkt in die A-Mannschaft schaffen“, berichtet sie. Nicht nur hier gibt Nachholbedarf. Allein die Trainingsmöglichkeiten unterscheiden sich zu denen der männlichen Fußballprofis erheblich. Auf topmoderne technische Koordinationstrainer müssen die Frauen ebenso verzichten wie auf ein eigenes Stadion, denn selbst das müssen sie sich teilen mit Rot-Weiß-Frankfurt.

Wer kickt besser? Männer oder Frauen?

„Männer spielen einfach anders, die sind nicht nachtragend, wenn man auch mal auf dem Fuß von jemand anderem landet“, berichtet sie verschmitzt. Außerdem sei das Tempo ganz anders und der gesamte Spirit. Der Teamsport habe sie geprägt, erzählt sie. „Andere Jugendliche können sich mehr um sich selbst drehen, als Fußballerin musst du zurückstecken können und dich im Team einbringen“, meint sie.

Du willst alles? Gib alles!

Matheis verbringt sehr viel Zeit im Training, schon in jungen Jahren. Freundschaften außerhalb des Teams sind rar, manchmal fehlt ihr die verpasste Jugend, meint sie etwas wehmütig. Freie Tage, einmal mal chillen, so was kenne sie nicht aus ihrer Schulzeit. Verpasste Unterrichtszeit musste oft nachgeholt werden – ein Spagat, den sie gut geschafft hat. Das Abi machte sie an der RHS in Dreieich, ihre Leistungskurse waren Bio und Sport. Eine extrem harte Zeit, schließlich fielen viele Spiele und damit verbundene Reisen auch in die wichtigen Phasen der intensiven Vorbereitung aufs Abitur oder in die heiße Phase kurz vor den Prüfungen.

Lohn für harte Arbeit

Warum nahm und nimmt sie so viele Entbehrungen, so viel harte Arbeit auf sich für einen Sport, in dem es für Frauen noch immer an Anerkennung mangelt? Es sei einfach die Freude am Fußball, die Herausforderung, der gemeinsame Teamspirit, der sie vorantreibe. Nicht immer seien dabei alle im Team wirklich „11 FreundInnen“, es knarze auch mal hier und da. Doch auf dem Spielfeld verfolgten dann alle ein Ziel, kämpften miteinander, da sei kein Platz für Streitigkeiten, so Matheis. Außerdem lerne man viele Leute kennen, bereise viele fremde Orte.
Sie muss es lieben – fürs Geld allein kann man nicht mit so viel Hingabe bei der Sache sein. Sie könnte nicht mal annähernd von dem Gehalt leben – und das als Profifußballerin in der ersten Liga und Nationalmannschaftsspielerin! Dazu kommen rund 800,-, die sie allein für ihre Fußballschuhe pro Jahr investieren muss. Geld, das ihre männlichen Kollegen schon in jugendlichen Jahren Dank großen Sponsoren selten selber zahlen müssen.

Sie lebt ihren Traum – und was kommt danach?

Darum will die 21-Jährige jetzt studieren. Sport auf Lehramt. Neben ihrer Ausbildung (Kauffrau für Büromanagement), die sie direkt nach dem Abitur absolviert hat, soll ihr das eine solide Basis für die Zeit nach dem Profifußball sichern.
Und nebenbei Training, jeden Tag, oft vor und nochmal direkt nach der Arbeit – 20 Stunden die Woche. Matheis ist diszipliniert, anders ist ihr Tagespensum nicht zu schaffen. Und sie ist ehrgeizig. Nachdem sie durch Pfeiffersches Drüsenfieber nun wieder zurückgestellt worden ist, will sie sich ins A-Team Nationalmannschaft kämpfen.
Wir meinen: das ist nur eine Frage der Zeit…

Linda Hein