Neue Schulzeitung ist raus! Thema Vielfalt

Immer zum Schulhalbjahr erscheint die Schulzeitung der Weibelfeldschule. Diesmal drehen sich viele Beiträge darum, wie wir miteinander leben wollen und was Vielfalt bedeutet. Denn wo hunderte Menschen ein- und ausgehen, prallen viele Überzeugungen, Kulturen, Sprachen und Interessen aufeinander. Viel Spaß beim Lesen! Einfach aufs Cover klicken.

Ausstellung YOUniworTH derzeit zu Gast (Thema: Migration)

v.l.n.r.: Martin Burlon (Bürgermeister), Marius Bonifer (Jugendparlament Dreieich), Hanneliese Einloft-Achenbach (IB-Jugendmigrationsdienst Langen), Susanne Strauß-Chiacchio (Schulleiterin), Christoph Seel (Jugendparlament Dreieich), Linda Hein (Bibliothekarin)

Wie wollen wir zusammen leben?

„Fremde sind Freunde, die sich noch nicht kennen.“ Mit diesem Zitat von Beate Antonie Tröster eröffnete der Bürgermeister der Stadt Dreieich, Martin Burlon, am 21.01.2020 in der Schul- und Stadtteilbücherei Dreieich-Weibelfeldschule gemeinsam mit der Schulleiterin Frau Strauß-Chiacchio die Ausstellung „YOUniworTH“. Ein Kunstwort, welches die Wörter YOUTH/ YOU und WORTH abstrakt miteinander kombiniert. YOUniworTh wurde von den IB-Jugendmigrationsdiensten konzipiert und tourt seit 2018 durch Deutschland.

Es waren zahlreiche Gäste erschienen. Burlon betonte, wie bewundernswert er es fände, dass die Bücherei sich engagiert hätte, die Ausstellung  bei sich vor Ort zu haben. Marius Bonifer vertrat das Jugendparlament Dreieich, welches die Patenschaft der Ausstellung übernommen hatte. Frau Einloft-Achenbach vom Jugend Migrationsdienst Langen lobte die Kooperation mit der Weibelfeldschule und zeigte sich erfreut, dass die stark nachgefragte Ausstellung jetzt in unserem Landkreis zu Gast ist. Sie erhofft sich, dass möglichst viele Jugendliche über das Thema Migration miteinander ins Gespräch kommen.

Laut JuPa-Sprecher Marius Bonifer gäbe es leider noch viel zu viele – leider auch oft junge – Menschen, die der Auffassung seien, Integration bedeute, jemandem eine fremde Kultur aufzudrängen, und das sei es eben nicht. Bonifer stellte fest: „Integration ist viel mehr, den Leuten zu ermöglichen ihre Kultur weiter auszuleben, aber trotzdem ein Teil unserer Gesellschaft zu sein.“ Deswegen ist es wichtig, gezielt jungen Menschen an das Thema heranzuführen und ihnen zu zeigen, wie und was Integration ist, und genau das bezweckt die Ausstellung.

YOUniworTH richtet den Blick auf das Zusammenleben junger Menschen in Deutschland. Ziel der Ausstellung ist es, für die Themen Jugend und Migration zu sensibilisieren, Vorurteile zu hinterfragen und einander besser kennenzulernen. Das Team vom IB-Jugendmigrationsdienst wird nun die Tage die Schulklassen durch die verschiedenen und sehr interessanten Stationen begleiten.

YOUniwortH ist keine gewöhnliche Ausstellung, an der man sich „nur“ informieren kann. Sie ist eine sehr umfangreiche und multimediale Ausstellung. Es sind sieben Stationen, an denen man sich ausprobieren kann und verschiedene interessante Aspekte zum Thema Migration erfahren kann. Eine sehr bemerkenswerte Station ist die des Kofferpackens. Hierbei sollen die Jugendlichen entscheiden, was sie alles in ihrem Koffer packen würden, wenn sie auf die schnelle ihr Land verlassen müssten. Dabei sind verschiedene Optionen gegeben, wie zum Beispiel Lebensmittel, Hygieneartikel, aber auch, verschiedene Spielekonsolen. Da sich auch Schulklassen der sechsten Jahrgangsstufe angemeldet haben, dürfte dies zu interessantem Gesprächsstoff führen. Was ist wichtig? Was muss ich mitnehmen? Und genau dieses aktivierende Vorgehen regt die Jugendlichen dazu an, darüber nachzudenken, was genau lebensnotwendig ist.

Viele gehen auch davon aus, dass sie mit Migration allgemein oder auch im  Alltag nicht so viel zu tun haben. Aber eine Station beweist das genaue Gegenteil. Es sind an einer Tafel Wörter aufgehängt, die im deutschen Sprachgebrauch täglich verwendet werden und hierbei wird aufgedeckt, dass diese Wörter auch einen Migrationshintergrund haben und viele Jahre über durch verschiedene Sprachen gewandert sind, bis sie letzten Endes zu dem Begriff wurden, wie wir ihn heute verwenden. „Kaputt“ zum Beispiel entspringt einer französischen Redewendung (faire qn. Capot = jemanden schwarz spielen oder besiegen) und gelangte im 17. Jahrhundert in den deutschen Sprachgebrauch. Solche praktischen Beispiele regen die Besucher*innen dazu an, darüber nachzudenken, wie viel wir eigentlich mit Migration im Alltag zu tun haben.

Die Ausstellung steht für alle Interessierten offen zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtteilbücherei (Mo-Mi 13-17 Uhr, Do 12-15 Uhr, Fr 10-15 Uhr). Bis zum 30. Januar können sich interessierte Schulklassen ab Jahrgang sechs noch für eine Führung anmelden : Linda Hein, Telefon: 06103-961850, Email:

Weitere Infos: zur Ausstellung, zum IB-Jugendmigrationsdienst Langen

 

Amara Khokhar

Achtklässler bringen Gebäck und Unterhaltung ins Seniorenheim

Am Dienstag, den 10.12.2019, überbrachte die Klasse G8a von Frau Wagner den BewohnerInnen des Seniorenheims Dietrichsroth ein besonderes Weihnachtsgeschenk: Gebäck, Gesang und Gedichte. Die Plätzchen, die in der Woche zuvor von den Schülerinnen und Schülern der 8. Klasse  in der Schulküche gebacken worden waren, wurden in kleinen Geschenktütchen verteilt, wobei Lieder und Gedichte vorgetragen wurden.
Begleitet wurde der Besuch von sechs Reporterinnen und Reportern der 5e von Herrn Weidmann.

Reporterklasse pflanzt Frühjahrsblüher

Mit Spaten, Hacken und Schaufeln bewaffnet versammelte sich die Klasse 5e von Herrn Weidmann an einem kühlen Herbstmorgen auf dem Schulhof der Weibelfeldschule. Mit vollem Einsatz werden an verschiedenen Stellen Samen und Pflanzenknollen verteilt. Spätestens im Frühjahr wird sich zeigen, ob der Arbeitsaufwand sich gelohnt hat und die Schulbienen reichlich zusätzliches Futter finden.

Text: Herr Weidmann

OberstufenschülerInnen im fliegenden Testlabor am Flughafen

Am Dienstag, den 19.11.2019, eröffnete sich für zehn naturwissenschaftlich besonders fähige und interessierte SchülerInnen unserer Oberstufe die einzigartige Möglichkeit, Flugzeugtechnik im Entwicklungsstadium zu betrachten, nicht auf dem Papier oder am Computer, sondern live am Frankfurter Flughafen im fliegenden Testlabor der Firma Boeing – dem ecoDemonstrator.

Die Boeing 777, die 2001 für die Fluggesellschaft Air China gebaut wurde, ist bereits das sechste Flugzeug seit Beginn des Programms 2010, in dem Boeing neue und zukunftsweisende Technologien auf Herz und Nieren prüft. Um die insgesamt 50 neuen Technologien sinnvoll testen zu können, wurde die aktuelle Maschine umfassend umgebaut, was uns einen ausgesprochen ungewöhnlichen Einblick in die Bordsysteme eröffnete. Im technischen Fokus stehen in diesem Jahr u. a. vernetzte Systeme wie die iCabin, die im Wesentlichen von deutschen Firmen entwickelt wurde. Alle Informationen und Bedienmöglichkeiten im Fluggastraum sollen zukünftig in einer App für die FlugbegleiterInnen gebündelt werden. Ziel der Technologie ist neben der Optimierung des Flugerlebnisses für die Passagiere auch die Möglichkeit einer zeitnahen Wartung von fehlerhaften Systemen. So würden bereits während des Flugs Meldungen über technische Probleme automatisch an die Wartungscrews am Zielflughafen übertragen werden können, die so noch vor der Landung die Vorbereitungen für eventuelle Reparaturen einleiten können.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden technische Entwicklungen, die das Fliegen sauberer, effektiver und geräuschloser gestalten sollen. Konkret geht es z. B. um die Entwicklung von „intelligenten“ Bauteilen und Materialien, die ihre Eigenschaften unterschiedlichen Bedingungen wie Temperatur und Druck anpassen können, das spare Treibstoff und sei ein Beitrag zum Umweltschutz. Diese Informationen sowie die Möglichkeit für Nachfragen bot sich uns auf unserer 45-minütigen Führung durch das Flugzeug, welches am Vortag von Seattle, dem Hauptsitz der Firma Boeing, in Frankfurt a. M. ankam.

Eine kleine Herausforderung stellte sich für unsere SchülerInnen durch die Tatsache, dass die Führung durchgängig in englischer Sprache stattfand. Dies galt auch für die Vorträge und Reden, die im weiteren Tagesverlauf folgten. In einem ersten Block bekamen die insgesamt circa 200 Gäste und Pressevertreter grundlegende Informationen zum Programm, wobei auch die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Boeing und Unternehmen der Region Rhein-Main betont wurde. Im Nachgang an eine Mittagspause mit Buffet und Getränken richtete sich der zweite Vortragsblock direkt an die anwesenden SchülerInnen. Neben einer jungen Mitarbeiterin aus dem Entwicklungsteam kamen auch ein Pilot von Boeing sowie Professoren verschiedener Hochschulen wie der TU Darmstadt zu Wort, die die Bedeutung und Möglichkeiten eines Studiums im Bereich Luftfahrttechnik erläuterten.

Den Abschluss bildete für uns eine einstündige Rundfahrt um den Flughafen, bei der die zukünftigen Entwicklungsschritte des Flughafens aber auch die Wachstumspotentiale der Luftfahrt generell thematisiert wurden. Doch was bleibt hängen von diesem ereignisreichen Tag an einem eher untypischen Lernort? Zuerst ist es sicherlich die Erkenntnis, dass die Luftfahrtbranche in Zukunft nicht nur vor großen Herausforderungen steht, sondern dass es junge, kreative und kluge Köpfe braucht, um diese auch angehen zu können. Ebenso deutlich wurde auch, dass man nicht so weit blicken muss, um das Potential für neue und wegweisende technische Entwicklungen zu entdecken, sondern dass dies hier, quasi vor der eigenen Haustür im Rhein-Main-Gebiet und Deutschland realisiert werden kann. Für die SchülerInnen wird der Tag aber sicherlich auch aufgrund der Rundumbetreuung aus Führung, Catering und kleinen Gastgeschenken in Erinnerung bleiben.

Im Namen der Weibelfeldschule sei an dieser Stelle auch ein besonderer Dank an alle Beteiligten gerichtet, die an der Umsetzung des Projekts beteiligt waren und unseren SchülerInnen die Teilnahme ermöglicht haben, insbesondere an die Oswald-von-Nell-Breuning-Schule in Rödermark für die Organisation mit Boeing und die hervorragend organisierte Einbindung der Weibelfeldschule und weiterer Schulen.

Text: Eric Lindner

YOUniworTH – Interaktive Ausstellung gegen Diskriminierung

YOUniworTH ist eine multimediale Wanderausstellung über das Leben jugendlicher Zugewanderter in Deutschland. Die Ausstellung wird vom 22.bis 30. Januar in unserer Bücherei zu erleben sein. Sie soll Raum für Austausch und Reflexion geben.

Gruppenführungen (je 60-90 Minuten) bitte rechtzeitig buchen!

Der Jugendmigrationsdienst Langen vom Internationalen Bund und die Schul- und Stadtteilbücherei Dreieich Weibelfeldschule kooperieren in diesem Projekt.

Zur Ausstellung: Das Kennenlernen und Sensibilisieren für die Themen Jugend und Jugendmigration stehen im Fokus der Ausstellung YOUniworTH. Die JMD-Wanderausstellung möchte das Leben von jungen Zugewanderten in Deutschland für die breite Öffentlichkeit greifbar machen, indem sie jungen Menschen mit Migrationshintergrund eine Stimme verleiht. Dabei werden BesucherInnen Einblicke in die Lebenswelten dieser Jugendlichen gewährt. Die Ausstellung bietet Raum für Begegnungen und Austausch. Spielerisch und multimedial werden Jugendliche aufgefordert zu reflektieren, zu hinterfragen und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten.

Die Ausstellung möchten den Blickwinkel „von Jugendlichen auf Jugendliche“ einnehmen und ihren Fokus auf die Gemeinsamkeiten von Jugend, das Verbindende und somit das Zusammenleben in Deutschland richten. Die Ausstellung ist damit nicht nur Stimme für jungen Menschen in unserem Land, sie gibt ihnen auch die Möglichkeit mit ihrer Stimme teilzuhaben. Weiteres unter www.youniworth.de und in diesem Flyer.

Führung durch die Ausstellung (Leitfaden YOUniworTH)

 

Kooperation: Bläserklassen und Musikschule Dreieich

Am Dienstag, 12.11.2019 wurde die musikalische Zusammenarbeit mit Kollegen der Musikschule Dreieich mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags besiegelt. Seit 2007 haben die Schülerinnen und Schüler unserer beiden Bläserklassen der Jahrgänge 5 und 6 die Möglichkeit, ein Blasinstrument von Grund auf zu erlernen und musizieren als Klassenorchester mit viel Freude zusammen. Ob Rock, Pop oder Klassik spielt dabei gar keine Rolle, das Gelernte präsentieren sie regelmäßig bei öffentlichen Auftritten.

Neben dem regulären Musikunterricht und zwei Unterrichtsstunden Orchesterprobe erhalten die Schülerinnen und Schüler der Bläserklassen pro Woche zusätzlich eine Unterrichtsstunde Instrumentalunterricht bei einer Lehrkraft der Musikschule. Übernahm bisher der Förderverein unserer Schule die Verträge mit den InstrumentallehrerInnen, geht dieser Part nun an die Musikschule. Um die Vermietung und Verwaltung der Musikinstrumente kümmert sich nach wie vor der Förderverein der Weibelfeldschule.

Mit der Bläserklasse 2.0 (2014 ins Leben gerufen) haben die Schülerinnen und Schüler der Bläserklassen die Möglichkeit, nach den zwei Jahren Förderstufe weiterhin gemeinsam zu musizieren. Und die Ergebnisse der intensiven Probenarbeit lassen sich hören!

Auf Konzerten und Auftritten präsentieren sie regelmäßig ein beachtliches instrumentales Können und musikalisches Zusammenspiel.

Erneute Ehrung der Weibelfeldschule als „MINT-freundliche Schule“

Am 22. November wurde die Weibelfeldschule bei einem Festakt in Kassel erneut als „MINT-freundliche Schule“ geehrt. Als Delegation der Schule nahmen Frau Lecke als Leiterin des mathematisch-naturwissenschaftlichen Aufgabenfeldes, sowie Frau Dr. Reiffen und Frau Schweier das Zertifikat entgegen.

Das neu erworbene Zertifikat trägt zwei Sterne, da die Weibelfeldschule diese besondere Auszeichnung für vielfältige und anspruchsvolle Angebote im Bereich Naturwissenschaften, Informatik, Technik und Mathematik bereits zum zweiten Mal in Folge erhält.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Festakt sowie zur Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

Mit der Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ sollen Lernenden und Lehrenden in Schulen und Hochschulen sowie Eltern und Unternehmern die vielfältigen Entwicklungsperspektiven und Möglichkeiten der Zukunftsgestaltung sowie Praxisbezüge der MINT-Bildung nahe gebracht und eine Multiplikationsplattform für alle bereits erfolgreich arbeitenden MINT-Initiativen in Deutschland geboten werden.

„MINT Zukunft schaffen“ will vor allem gemeinsam mit seinen Partnern Begeisterung für MINT wecken und über attraktive Berufsmöglichkeiten und Karrierewege in den MINT-Berufen informieren.

Text: Frau Lecke

Bild © Thomas Rosenthal

Vorne, von links nach rechts: Frau Lecke, Frau Dr. Reiffen und Frau Schweier

Der Kunstkalender 2020 ist da!

v.l.n.r.: Frau Gerhardt, Sara (März), Meryem (Titelbild), Frau Strauß-Chiacchio, Amina (Mai) und Oskar (Juli)

Die neuen Kunstkalender sind eingetroffen! Wie bereits im vergangenen Jahr ist der Kunstkalender im praktischen neuen Design wieder zu haben!

Für 12,- gibt es kreativ und toll gestaltete Kalenderseiten, die durch das Jahr führen. Die Auswahl und Umsetzung haben wir Svenja Gerhardt zu verdanken, die seit 2018 gemeinsam mit dem Förderverein das Projekt Kunstkalender umsetzt.

Der Kalender ist ab Montag in der Bücherei erhältlich!

Besuch im Kommunikationsmuseum: Von der Keilschrift bis zum Smartphone

Von der Keilschrift bis zum Smartphone: Unter diesem Motto könnte man den Besuch der Klassen 6b und 6g im Rahmen des GL-Unterrichts ins Kommunikationsmuseum Frankfurt am vergangenen Donnerstag (21.11.) unter der Leitung von Herrn Stephan, Herrn Lindner und Frau Roth zusammenfassen. Doch lässt sich so die über 5000 Jahre währende Geschichte die zwischen beiden Formen der Verständigung steht, nicht erfassen. Hierzu braucht es mehr.

Auf spielerische Weise – etwa beim Ausprobieren der Morsetechnik oder längst aus der Mode gekommener Arten von Telefonen – sowie über eine einstündige Führung wurden frühe Formen der Verständigung wie z. B. ägyptische Hieroglyphen, die Erfindung der Post bis hin zu einer modernen Briefsortiermaschine gezeigt. So präsentierte sich den Schülerinnen und Schülern die Vielfalt von vielen Jahrhunderten voller Erfindungen und Ideen, mit dem Ziel, Menschen einander näher zu bringen.

Dabei stellte unser Besuch auch die Selbstverständlichkeit unserer heute doch so schnelllebigen und informationsbeladenen Welt ein wenig in Frage und so kam es auch zu der ein oder anderen unfreiwillig komischen Szene. Zwei Schülerinnen schossen beispielsweise ein Selfie vor einer Postkutsche aus dem 19. Jahrhundert, um es dann im Bruchteil eines Augenblicks über WhatsApp zu verbreiten. Man mag sich kaum , welche Zeit die Postkutsche gebraucht hätte, um diese Botschaft an ihren Adressaten zu bringen, von den Gefahren der Reise mal ganz abgesehen.

So bleibt doch aber eine wichtige Erkenntnis aus diesem Tag hängen. Unsere Welt verändert sich in einem bisher ungeahnten Tempo, doch Veränderung ist die wesentliche Triebfeder menschlicher Entwicklung und damit auch der Geschichte. Das auch wir nur ein Teil dieses Prozesses sind und die Modernität unseres heutigen Lebens für nachfolgende Generationen antiquiert wirken werden, spiegelt sich in der Frage unseres Museumsführers „Wer wird denn noch in 50 Jahren wissen, wie man ein Smartphone bedient?“ – große Augen, offene Münder und das leise Klimpern des fallenden Groschens in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler. An diesen Stellen zeigt sich der Erfolg eines solchen Lehrausflugs.

Eric Lindner

Vorlesetag 2019

Die meisten (wenn nicht sogar alle) Kinder bekommen gerne vorgelesen. Bei den Erwachsenen ist das ja oft nicht anders, nur, dass das Vorlesen eher über Hörbücher geschieht.

Der alljährliche Vorlesetag soll unter anderem auf die Wichtigkeit des Vorlesens aufmerksam machen und für diesen Tag in den Fokus rücken.

Dieses Jahr sind insgesamt 22 WFS-SchülerInnen (und zwei andere Schulangehörige) an diesem Tag losgezogen und haben in 10 Klassen der Ludwig-Erk-Schule (Dreieich) und in dem Kindergarten Kirchenmäuse vorgelesen und passend dazu malen lassen und gebastelt.

Weitere Details, was die Kinder zu der Aktion sagten und Bilder gibt’s dann in der nächsten Schulzeitung.

Sabine Wolf

Zeitzeugenvortrag 30 Jahre Wiedervereinigung – was geht mich das an?

Da war mal ne Mauer, dann nicht mehr – was geht mich das an?“ – Ein Satz, der vielen Jugendlichen aus dem Herzen spricht und so auf unserem Schulhof gefallen ist. Vergangenes ist vorbei?

Vergangenes kann weiterleben, nachwirken, sich auswirken! Wie viel die Deutsche Teilung auch heute noch mit den Lebenswelten Jugendlicher zu tun hat, hat der Zeitzeuge Thomas Raufeisen diese Woche den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 13 vor Augen geführt. In Hannover aufgewachsen, eröffnet ihm sein Vater bei einer Reise in die DDR, dass er für das Ministerium für Staatssicherheit arbeitet und es in der BRD nun zu gefährlich werden würde für sie. Die Familie muss in der DDR bleiben.

Ein großer Bruch im Leben des damals 16-Jährigen. Was ist mit Freunden? Welche Werte gelten nun? Kann man die Vergangenheit abstreifen wie eine Jacke? Er konnte es nicht – und rebellierte. Am 12. September 1981 wurde Thomas Raufeisen verhaftet, nach einem Fluchtversuch und der Kontaktaufnahme zu seinem eigenen Bruder und der Botschaft der BRD. Zunächst in Hohenschönhausen inhaftiert, wurde er am 22.Oktober 1982 schließlich verurteilt und 6 Wochen später nach Bautzen II verlegt. Als er im Herbst 1984 schließlich frei kam, kehrte Thomas Raufeisen schließlich nach Hannover zurück. Mittlerweile lebt er in Berlin und arbeitet sogar in der Gedenkstätte Hohenschönhausen.

Seither kämpft er dort und auf seinen Zeitzeugen-Reisen deutschlandweit gegen Politikverdrossenheit. Er will Menschen ermutigen, auch etwas für ihren Staat zu tun statt ihn als Dienstleister zu sehen. Einfache Antworten sind für ihn keine Lösung. Die Welt ist komplex. Raufeisen will Schülerinnen und Schüler ermutigen, hinter die vermeintlichen Wahrheiten zu blicken, immer zu hinterfragen und die eigene Denkblase zu durchstechen.

Gesprächsfetzen fliegen nach der Veranstaltung über den Schulhof, einige Gruppen sprechen noch über das, was sie eben gehört haben. Einige zeigen sich sehr beeindruckt, andere fanden es etwas einseitig. Letztlich war es aber ein Vortrag, der in Erinnerung bleibt.

Danke an die Fachschaft Geschichte unter der Leitung von Eva Abendroth, die diese Begegnung ermöglicht hat. Weitere Informationen zum Zeitzeugenprojekt hier.